Mobile Tankanlage – Definition, Funktion & Anwendung

Mobile Tankanlage – Definition, Funktion & Anwendung

Zur dezentralen Kraftstoffversorgung kommen mobile Tankstellen zum Einsatz. Was das ist, welche Unterschiede es gibt und ob sie eine Genehmigung brauchen, erfahren Sie hier.

Was ist eine mobile Tankstelle?

Eine mobile Tankanlage, auch als mobile Tankstelle bezeichnet, ist ein transportables System zur Lagerung und Abgabe von Kraft- und Brennstoffen wie Diesel, Benzin oder Heizöl. Im Gegensatz zu ortsfesten Tankstellen sind sie nicht an einen festen Standort gebunden und können flexibel dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werden.

Wofür werden mobile Tankanlagen verwendet?

Mobile Tankanlagen kommen in vielfältigen Bereichen zum Einsatz, in denen eine temporäre oder dezentrale Kraftstoffversorgung erforderlich ist. Dazu gehören insbesondere:

  • Baustellen: Versorgung von Baumaschinen, Generatoren und anderen Geräten.
  • Land- und Forstwirtschaft: Betankung von Traktoren, Erntemaschinen und anderen landwirtschaftlichen Einrichtungen bei Events, Festivals oder Märkten.
  • Veranstaltungen: Bereitstellung von Kraftstoff für Generatoren, Heizungen und andere technische Einrichtungen bei Events.
  • Temporäre Einrichtungen: Überbrückung von Ausfällen der regulären Energieversorgung oder bei Katastropheneinsätzen.

Wie funktioniert eine mobile Tankanlage?

Eine mobile Tankanlage besteht im Wesentlichen aus einem robusten, doppelwandigen Tankbehälter, der auf einem Anhänger oder einem anderen transportablen Unterbau montiert ist. Sie ist mit einer Pumpe, einem Zapfschlauch und einer Zapfpistole ausgestattet, um den Kraftstoff sicher und effizient abgeben zu können. Moderne Anlagen verfügen oft über zusätzliche Ausstattungsmerkmale wie Füllstandanzeigen, Grenzwertgeber zur Vermeidung von Überfüllung und teilweise auch über Fernüberwachungssysteme, die den Füllstand und den Zustand der Anlage aus der Ferne kontrollieren lassen.

Welche Arten von mobilen Tankanlagen gibt es?

Mobile Tankanlagen lassen sich nach verschiedenen Kriterien unterscheiden, wie zum Beispiel dem Fassungsvermögen, dem Material oder der Zulassung. Gängige Größen reichen von kleinen Kanistern mit wenigen Litern bis hin zu großen Tankcontainern mit mehreren tausend Litern Fassungsvermögen. Die Tanks selbst bestehen meist aus Stahl oder Kunststoff.

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist die Zulassung für den Transport von Gefahrgut. Hier wird zwischen zwei Hauptkategorien unterschieden:

  1. Intermediate Bulk Container (IBC): Dies sind Großpackmittel, die für den Transport von Gefahrgut zugelassen sind und regelmäßigen Prüfungen unterliegen.
  2. Verpackungen: Kleinere Gebinde, die ebenfalls für den Gefahrguttransport zugelassen sind, aber in der Regel keinen wiederkehrenden Prüfungen unterliegen.

Wie viel Brennstoff darf man in einer mobilen Tankanlage transportieren?

Die erlaubte Transportmenge hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von der Art des Kraftstoffs und der Einhaltung bestimmter Vorschriften. Die relevanten Regelungen finden sich im Europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR).

Zwei wichtige Regelungen sind hierbei zu beachten:

REGELUNGMAXIMALE TRANSPORTMENGE (BEISPIELE)ERFORDERLICHE MASSNAHMEN
HANDWERKERREGELUNG (ADR 1.1.3.1C)450 Liter Diesel pro Einzelverpackung, 333 Liter Benzin pro Einzelverpackung (insgesamt max. 1000 Punkte)Keine besonderen Gefahrgut-Anforderungen (kein Gefahrgutführerschein, keine spezielle Kennzeichnung)
1.000-PUNKTE-REGELUNG (ADR 1.1.3.6)1000 Liter Diesel, 333 Liter BenzinBeförderungspapier, konforme Verpackung mit Kennzeichnung, Ladungssicherung, 2-kg-Feuerlöscher
Tabelle: Regelungen zur Transportmenge von Brennstoff

Wer prüft mobile Tankanlagen?

Die Prüfpflichten für mobile Tankanlagen hängen von ihrer Zulassung ab. Für als IBC zugelassene Tankanlagen sind wiederkehrende Prüfungen gesetzlich vorgeschrieben:

• Alle 2,5 Jahre: Eine wiederkehrende Prüfung durch eine sachkundige Person. Diese umfasst die Prüfung des äußeren Zustands, der Kennzeichnung, der Funktion der Bedienausrüstung und eine Dichtheitsprüfung.
• Alle 5 Jahre: Eine Inspektion durch eine zugelassene Inspektionsstelle (z.B. TÜV, DEKRA). Zusätzlich zur 2,5-jährigen Prüfung wird hierbei die Übereinstimmung mit dem Baumuster geprüft und eine Innenbesichtigung vorgenommen.

Für als Verpackung zugelassene mobile Tankanlagen sind keine wiederkehrenden Prüfungen nach ADR erforderlich.

Ist ein mobiler Tank genehmigungspflichtig?

Der Transport von mobilen Tankanlagen ist unter bestimmten Voraussetzungen genehmigungsfrei. Dies ist der Fall, wenn die Transportmengen die Grenzen der Handwerkerregelung oder der 1000-Punkte-Regelung nicht überschreiten und die damit verbundenen Auflagen erfüllt werden. Bei größeren Mengen oder abweichenden Transportbedingungen müssen die vollständigen Vorschriften des ADR eingehalten werden, was unter anderem einen Gefahrgutführerschein, eine spezielle Fahrzeug- und Transportkennzeichnung sowie die Mitführung von Gefahrgutpapieren erfordert.

Quellen:

DENIOS. (gesichtet am 09.10.2025). Mobile Tankanlagen sicher und effizient nutzen.

Tankhandel.de. (gesichtet am 09.10.2025). Vorschriften für mobile Tankanlagen.

Forum Verlag. (gesichtet am 09.10.2025). Mobile Tankstelle am Bauhof: Diese gesetzlichen Grundlagen müssen Bauhofleiter berücksichtigen.

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