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Notstromaggregat – Was ist das?

Notstromaggregat – Was ist das?

Ein Notstromaggregat kommt überall dort zum Einsatz, wo kein Strom oder Stromanschluss vorhanden ist. Hier geben wir einen Überblick über verschiedene Typen, die Funktionsweisen, spezifische Anforderungen sowie die Vor- und Nachteile einer Anschaffung.

Was ist ein Notstromaggregat?

Ein Notstromaggregat, auch Stromerzeugungsaggregat oder Generator genannt, ist eine eingeständige Anlage zur Erzeugung elektrischer Energie. Seine Hauptfunktion ist es, bei einem Ausfall des öffentlichen Stromnetzes oder an Orten ohne bauseitigen Stromanschluss eine zuverlässige Stromversorgung sicherzustellen.

Ein Notstromaggregat besteht aus zwei Hauptkomponenten:

  1. Motor: Meist ein Verbrennungsmotor (Benzin, Diesel, Gas), der mechanische Energie erzeugt
  2. Generator: Wandelt die mechanische Energie des Motors in elektrische Energie (Strom) um

Die Aggregate sind so konzipiert, dass sie im Notfall manuell oder automatisch starten und die Stromversorgung in kürzester Zeit übernehmen können.

Welche Notstromaggregate gibt es?

Notstromaggregate lassen sich nach verschiedenen Kriterien unterscheiden.

1. Bauart des Generators

TYPFUNKTIONSWEISEVORTEILENACHTEILEEINSATZGEBIET
SYNCHRON-GENERATORErzeugt direkt Wechselstrom; liefert eine konstante Frequenz und Spannung, ist aber empfindlich gegenüber LastschwankungenGeeignet für induktive Verbraucher (Motoren, Pumpen) und sensible Elektronik (mit AVR-Regelung)Komplexer und teurer als Asynchron-GeneratorenBau, Industrie, Hausversorgung
ASYNCHRON-GENERATORRobuster und einfacher aufgebaut; die Frequenz ist nicht so stabil wie beim Synchron-GeneratorRobust, wartungsarm, preiswerterNicht ideal für sensible Elektronik; kann bei induktiven Lasten Probleme habenBaustellen, einfache Werkzeuge
INVERTER-GENERATORErzeugt zunächst Gleichstrom, der dann über einen Inverter (Wechselrichter) in reinen Sinus-Wechselstrom umgewandelt wirdLiefert eine sehr saubere und stabile Spannung/Frequenz; Kraftstoffsparend durch Anpassung der Motordrehzahl an die LastHöherer AnschaffungspreisSensible Elektronik (Computer, Laptops, moderne Heizungen), Camping
Tab. 1: Bauarten von Notstromaggregaten

3. Kraftstoffart

  • Benzin-Aggregate: Häufig bei kleineren, mobilen Geräten; leicht zu starten, aber Benzin ist nur begrenzt lagerfähig
  • Diesel-Aggregate: Dominierend bei mittleren und großen, stationären Anlagen; Diesel ist sicherer in der Lagerung und die Motoren sind langlebiger
  • Gas-Aggregate (LPG/Erdgas): Werden oft direkt an die Gasleitung angeschlossen, was eine sehr lange Laufzeit ermöglicht

Wie funktioniert ein Notstromaggregat?

Das grundlegende Funktionsprinzip ist ein einfacher Energieumwandlungsprozess:

  1. Antrieb: Der Verbrennungsmotor wird gestartet (manuell oder automatisch).
  2. Mechanische Energie: Der Motor verbrennt Kraftstoff (Benzin, Diesel, Gas) und erzeugt dadurch eine Drehbewegung (mechanische Energie).
  3. Umwandlung: Die Kurbelwelle des Motors ist direkt mit dem Generator verbunden. Der Generator wandelt die mechanische Drehbewegung in elektrische Energie um.
  4. Regelung: Eine Regeleinheit sorgt dafür, dass die erzeugte Spannung und Frequenz konstant bleibt, um angeschlossene Geräte nicht zu beschädigen.
  5. Einspeisung: Der erzeugte Strom wird über Steckdosen oder eine fest installierte Umschalteinrichtung in das Hausnetz eingespeist.

Wofür benötigt man ein Notstromaggregat?

Der Hauptzweck ist die Sicherheit und Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur bei Stromausfällen.

Allgemeine Einsatzgebiete:

  • Überbrückung von Stromausfällen: Versorgung von Haushalten, Krankenhäusern, Rechenzentren oder landwirtschaftlichen Betrieben
  • Mobile Stromversorgung: Auf Baustellen, bei Veranstaltungen oder in der Landwirtschaft, wo kein Netzanschluss vorhanden ist
  • Katastrophenschutz: Betrieb von Pumpen (z.B. nach Überschwemmungen), Beleuchtung und Kommunikationsgeräten

Im Kontext mobiler Heizungen:

Im Kontext von mobilen Heizungen (z.B. bei einem Heizungsausfall, Sanierungen oder Events) sind Notstromaggregate unerlässlich, unter anderem hierfür:

  • Betrieb der Brenner: Die meisten mobilen Heizanlagen benötigen Strom für den Betrieb des Brenners, der Steuerungselektronik und der Pumpen.
  • Lüfter und Gebläse: Bei Warmlufterzeugern sind leistungsstarke Gebläse notwendig, um die Wärme zu verteilen. Diese benötigen eine zuverlässige Stromquelle.

Wenn die mobile Heizung an einem Ort ohne Netzanschluss oder bei einem Stromausfall betrieben werden muss, ist das Aggregat die einzige Stromquelle. Gerade im Bereich der mobilen Wärmeversorgung kommen Aggregate mit Leistungen von 5,4 kVA bis über 250 kVA zum Einsatz, um auch große Heizcontainer zu versorgen.

Wie stark muss ein Notstromaggregat für ein Einfamilienhaus sein?

Die benötigte Leistung hängt stark davon ab, welche Verbraucher im Notfall betrieben werden sollen. Man unterscheidet zwischen Anlaufleistung und Dauerleistung.

Berechnung der Leistung:

  1. Liste der Verbraucher: Erstellen Sie eine Liste aller Geräte, die zwingend laufen müssen (Heizungspumpe, Kühlschrank, Licht, Kommunikationsgeräte).
  2. Anlaufstrom (induktive Lasten): Geräte mit Elektromotoren (Kühlschrank, Pumpen, Kompressoren) benötigen beim Start ein Vielfaches ihrer Nennleistung (Anlaufstrom). Dieser Faktor kann 3 bis 5 betragen. Die maximale Anlaufleistung aller gleichzeitig startenden Geräte bestimmt die Mindestleistung des Aggregats.
  3. Dauerstrom: Die Summe der Nennleistungen aller gleichzeitig laufenden Geräte bestimmt die Dauerleistung.

Faustregel für Einfamilienhäuser:

Für die Notversorgung eines durchschnittlichen Einfamilienhauses, bei der nur die wenigsten Verbraucher (Heizung, Kühlschrank, Licht, Internet) betrieben werden sollen, reicht in der Regel ein Aggregat mit einer Dauerleistung von 5 kW (ca. 6,25 kVA) bis 10 kW (ca. 12,5 kVA).

  • Minimalversorgung (Licht, Kühlschrank, Kommunikation): ca. 2 kW (ca. 2,5 kVA) – 3 kW (ca. 3,75 kVA)
  • Komfortversorgung (inkl. Heizung, Herd, Warmwasser): ca. 5 kW (ca. 6,25 kVA) – 10 kW (ca. 12,5 kVA)

Es ist ratsam, ein Synchron- oder Inverter-Aggregat zu wählen, da dieses eine stabilere Spannung liefert, was für moderne Heizungssteuerungen und empfindliche Elektronik wichtig ist.

Ist es sinnvoll, sich ein Notstromaggregat zu kaufen?

Die Anschaffung eines Notstromaggregats ist eine Versicherungsmaßnahme gegen die Folgen eines längeren Stromausfalls. Die Sinnhaftigkeit hängt von der individuellen Risikobereitschaft und den potenziellen Schäden ab:

ArgumentPro KaufContra Kauf
SicherheitSchutz vor Ausfall kritischer Systeme (Heizung, Wasserversorgung, medizinische Geräte)Stromausfälle sind in Deutschland selten und meist kurz.
KostenEinmalige Anschaffung, die im Notfall große Schäden (z.B. durch Frostschäden an der Heizung) verhindern kannHohe Anschaffungskosten, laufende Kosten für Kraftstoff, Wartung und Lagerung
KomfortAufrechterhaltung eines gewissen Lebensstandards (Kochen, Licht, Kommunikation)Lärmbelästigung, Emissionen (Abgase), Lagerung von Kraftstoff
AnwendungSofortige Verfügbarkeit und UnabhängigkeitInstallation (Einspeisung ins Hausnetz) muss durch Fachpersonal erfolgen
Tab. 2: Vor- und Nachteile der Anschaffung eines Notstromaggregats

Fazit: Für Eigenheimbesitzer, die in ländlichen Regionen wohnen, auf eine funktionierende Heizung angewiesen sind oder sensible medizinische Geräte betreiben, ist die Anschaffung eines Notstromaggregats eine sinnvolle Investition. Für die kurzfristige, einmalige Nutzung (z.B. bei einem Bauprojekt) kann das Mieten eines Aggregats die wirtschaftlichere Lösung sein.

Quellen:

SFC. (gesichtet am 16.10.2025). Notstromaggregat | Einfach erklärt.

Ho-Ma Nostrom. (gesichtet am 16.10.2025). Auf Stromausfälle vorbereitet: Wie funktioniert ein Notstromaggregat?

Bauer Generatoren. (gesichtet am 16.10.2025). Welches Notstromaggregat für Ihr Einfamilienhaus?

MVV Energie. (gesichtet am 16.10.2025). Notstromaggregat: sinnvoll oder nicht?

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